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Gestatten - Wolfgang Sven Althoff, geb. Truppel |
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Was erzählt man über sich, wenn man sein Gegenüber nicht kennt? Wieviel offenbart man in der Anonymität des Internets oder dem unbekannten Leser? - Fragen, die sich jeder selbst beantworten muß. Ich denke, es gibt keine allgemeingültige Antwort. Ich bin 1969 in der DDR geboren wurden und habe einerseits die DDR-typische Entwicklungsreihe Kinderkrippe - Kindergarten - Schule - Ausbildung - Arbeit mitgemacht, andererseits aber bin ich in einer christlichen Familie aufgewachsen und erzogen wurden. Die unterschiedlichen Weltanschauungen, die ich in diesen zwei, innerhalb der DDR nebeneinander, existierenden Realitäten erlebte, wichen deutlich voneinander ab, ja konnten kaum gegensätzlicher sein. Ich fühlte mich in der christlichen Welt und besonders in meiner "Jungen Gemeinde" viel besser aufgehoben als im sozialistischen "Kollektiv der FDJ". Irgendwie wollte ich immer raus, aus dieser DDR. Insgeheim beneideteten ja doch alle die Deutschen, die das Glück hatten, auf der anderen Seite der grenze geboren zu sein. Mit der Befürchtung, daß sich der eiserne Vorhang wieder schließen könnte, wagte ich im Oktober 1989 meine Flucht aus dieser DDR, aber diese erste Flucht - und ich hoffe, ich verrate nicht zu viel von meinem Buch - diese erste Flucht sollte nicht gelingen. Meine persönliche DDR-Geschichte endete erst unmittelbar vor dem Fall der Berliner Mauer und der unfreiwilligen Grenzöffnung zwischen DDR und Bundesrepublik. Mein Buch "November 89", das ich zu diesem Teil meiner Lebensgeschichte geschrieben habe, habe ich vor allem für die junge Generation gedacht, die die DDR nicht kennenlernen brauchten, aber auch für die, die sich erinnern wollen, die das Unrecht nicht vergessen wollen. Nach 1989 lebte ich elf Jahre in und um Hamburg. Ich heiratete und wurde 1996 zum ersten Mal glücklicher Vater. Zwei Jahre später wurde mein zweiter Sohn geboren. Nun war die Familienplanung abgeschlossen, aber die Ehe überdauerte nicht die Zeit, wir trennten uns. Damals war ich völlig entsetzt, daß meine kleine Welt sich als so instabil erwies und wie ein Kartenhaus umfiel. Da blieb ja nichts übrig von! Alles, wofür ich gearbeitet hatte, alles war kaputt.
wird fortgesetzt |
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